Das Wichtigste in Kürze

  • Wärmepumpe passt, wenn Ihr Haus mit niedrigen Vorlauftemperaturen (ideal ≤55 °C an kalten Tagen) auskommt und hydraulisch abgeglichen ist (UBA).
  • Große Heizkörper oder Fußbodenheizung senken die nötige Vorlauftemperatur und verbessern die Effizienz erheblich (UBA).
  • Wärmenetz lohnt, wenn Arbeitspreis, Grundpreis und der geplante Erneuerbaren-Anteil transparent sind (BMWK).
  • Förderung 2025: KfW-Zuschuss mit 30 % Grundförderung, bis zu 20 % Heizungstausch-Bonus und bis zu 30 % Einkommensbonus – maximal 70 % bei förderfähigen Kosten bis 30.000 € (KfW).
  • Im Vergleich zu Gas spart eine Wärmepumpe typischerweise 500 € jährlich und reduziert CO₂-Emissionen um 40–60 %.

Was Sie wissen sollten

Entscheidend für die Wärmepumpe ist die Systemtemperatur. Wenn Ihr Heizsystem an einem kalten Tag mit maximal 50–55 °C Vorlauf die Räume warm hält, sind die Voraussetzungen gut. Niedrige Temperaturen erreichen Sie durch gute Gebäudehülle, ausreichend große Heizflächen und einen sauberen hydraulischen Abgleich. Eine normgerechte Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 liefert die passende Gerätegröße. Ziel ist eine Jahresarbeitszahl (JAZ) ab 3; mit Fußbodenheizung sind 3,5–4 realistisch (UBA).

Für den Anschluss an ein Wärmenetz gilt: Achten Sie auf Arbeitspreis, Grundpreis und den geplanten Erneuerbaren-Anteil laut Transformationsplan. Moderne Netze senken schrittweise Vorlauftemperaturen und erhöhen den erneuerbaren Anteil, was Kosten- und CO₂-Vorteile bringt (BMWK).

Zur Klimabilanz: Erdgas verursacht inklusive Vorkette etwa 0,24 kg CO₂ je kWh. Beim aktuellen Strommix ergibt eine Wärmepumpe mit JAZ 3,5 etwa 0,10 kg CO₂ je kWh Wärme – häufig 40–60 % weniger als Gas (UBA).

So sparen Sie konkret

  1. Heizsystem prüfen: Notieren Sie an einem kalten Tag die niedrigste Vorlauftemperatur, bei der die Räume warm werden. Liegt der Vorlauf über 55 °C, helfen größere Heizflächen, Ventileinstellung und hydraulischer Abgleich (UBA).
  2. Heizflächen optimieren: Größere Niedertemperaturheizkörper oder ein hydraulischer Abgleich senken die nötige Temperatur oft um 5–10 K. Kosten: 800–3.000 € je Wohneinheit, Effizienzgewinn 5–15 %.
  3. Hocheffizienzpumpe einbauen: Moderne Umwälzpumpen sparen 100–300 kWh Strom pro Jahr und verbessern die Regelung. Investition: 300–600 €.
  4. Wärmepumpe richtig dimensionieren: Bei einem Einfamilienhaus mit 120 m² und 7 kW Heizlast deckt eine Wärmepumpe mit 6–8 kW den Bedarf. Ziel: Vorlauf 45–55 °C, JAZ mindestens 3.
  5. Kostenrechnung erstellen: Bei 15.000 kWh Wärmebedarf benötigt eine Wärmepumpe mit JAZ 3,5 etwa 4.300 kWh Strom. Bei 0,30 €/kWh sind das rund 1.290 € jährlich. Eine Gasheizung kostet bei 0,12 €/kWh etwa 1.800 €. Ersparnis: rund 500 € pro Jahr plus 1,5–2 t CO₂ weniger.
  6. Wärmenetz bewerten: Fragen Sie den Betreiber nach Arbeitspreis (typisch 12–18 ct/kWh), Grundpreis und Erneuerbaren-Anteil. Bei 15.000 kWh und 14 ct/kWh ergeben sich 2.100 € Arbeitspreis plus Grundpreis – vergleichen Sie mit der Wärmepumpe.
  7. Förderung nutzen: KfW-Zuschuss Heizung 2025: 30 % Grundförderung, bis zu 20 % Heizungstausch-Bonus und bis zu 30 % Einkommensbonus. Maximal 70 % Zuschuss bei förderfähigen Kosten bis 30.000 € – das sind bis zu 21.000 € Zuschuss. Beispiel: Bei 28.000 € und 40 % Förderung bleiben 16.800 € Eigenanteil. Auch Wärmenetzanschlüsse sind förderfähig (KfW).
  8. Formal richtig vorgehen: Erst Förderung beantragen, dann Auftrag erteilen. Heizlastberechnung, hydraulischer Abgleich und Fachunternehmererklärung bereithalten.

Fazit

Ob Wärmepumpe oder Wärmenetz: Entscheidend sind niedrige Systemtemperaturen, transparente Kosten und ein klarer Dekarbonisierungspfad. Mit dem UBA-Gebäudecheck, belastbaren Angeboten und der KfW-Förderung von bis zu 70 % senken Hausbesitzer Investitions- und Betriebskosten deutlich. Ein realistischer Kostenvergleich zeigt schnell, welche Lösung im eigenen Haus wirtschaftlich und klimafreundlich am besten passt.