Das Wichtigste in Kürze

  • Lastprognosen sagen Ihren stündlichen Verbrauch voraus und helfen, Batteriespeicher sowie Geräte zeitlich zu steuern.
  • Bei einem durchschnittlichen Haushalt (ca. 2.500–4.000 kWh/Jahr) lassen sich durch Lastverschiebung und Speicher 10–30% der Stromkosten einsparen – je nach Tarifstruktur und PV-Anteil.
  • Konkretes Beispiel: Bei einer Preisdifferenz von 0,20 €/kWh zwischen Hoch- und Niedertarif spart das Verschieben von 1 kWh pro Tag rund 73 €/Jahr (365 kWh × 0,20 €/kWh).

Was Sie wissen sollten

Lastprognose bedeutet: das Vorhersagen Ihres Stromverbrauchs in Stunden oder Tagen. Moderne Systeme nutzen historische Verbrauchswerte, Wetterdaten (für PV-Produktion) und Haushaltsprofile. Intelligente Steuerung koppelt diese Prognose mit: Batteriespeichern, Ladepunkten für E‑Autos und zeitvariablen Tarifen.

Wichtige Eckdaten:

  • Durchschnittlicher Haushalt: etwa 2.500–4.000 kWh/Jahr, abhängig von Personen und E‑Mobilität.
  • Haushaltsstrompreis: typischer Bereich 0,38–0,44 €/kWh; dynamische Preise können starke Spitzen und Täler von ±0,10–0,25 €/kWh im Vergleich zum Mittel aufweisen.
  • Heimspeicher: gebräuchliche Kapazitäten 5–15 kWh, Wirkungsgrad (Round-Trip) üblicherweise 85–95%.

Praxiswirkung: Ein Speicher erhöht den PV‑Eigenverbrauch häufig um 20–40 Prozentpunkte, weil erzeugter Strom tagsüber zwischengespeichert und später genutzt wird. Die tatsächlichen Einsparungen hängen von Ihrem Verbrauchsprofil, dem Speicherpreis (installierte Komplettpreise häufig 5.000–12.000 €) und dem Tarifmodell ab.

So sparen Sie konkret

  1. Analyse Ihres Verbrauchs: Holen Sie Zählerdaten der letzten 12 Monate. Alternativ liefert ein Smart Meter oder das Jahresarbeitsblatt Ihres Lieferanten die stündlichen Profile.
  2. Setzen Sie auf Lastprognosen: Nutzen Sie Anbieter/Steuerungen, die stündliche Prognosen erlauben. Damit planen Sie, wann der Speicher geladen oder entladen wird.
  3. Nutzen Sie zeitvariable Tarife: Wenn Ihr Tarif Nacht- oder Stundenpreise bietet, laden Sie den Speicher in günstigen Stunden. Beispielrechnung: Preisdiff. 0,20 €/kWh × 365 kWh (1 kWh/Tag verschoben) = 73 €/Jahr.
  4. Optimieren Sie PV‑Einsatz: Legen Sie die Batterie so fest, dass sie tagsüber PV einspeichert und abends das Haus versorgt. Typisch: Eigenverbrauchsanteil ohne Speicher 20–40%, mit Speicher 50–70%.
  5. Lastverschiebung bei Verbrauchern: Waschmaschine, Geschirrspüler, Wärmepumpe und E‑Auto-Laden in günstige Stunden verlagern. Schon 2 kWh pro Tag am günstigsten Tarif können bei 0,15 €/kWh Differenz ~110 € pro Jahr sparen (2 kWh × 365 × 0,15 €).
  6. Batteriegröße und Zyklusmanagement: Wählen Sie eine Batterie, die Ihren Spitzenbedarf deckt (häufig 5–10 kWh für typische Haushalte). Achten Sie auf garantierte Zyklen und nutzbare Kapazität; häufig ist die nutzbare Kapazität 80–90% der Nennkapazität.
  7. Simulation vor Investition: Lassen Sie eine einfache Wirtschaftlichkeitsrechnung rechnen: Beispielhaushalt mit 3.500 kWh/Jahr, Speicher 10 kWh, jährliche Eigenverbrauchssteigerung 25% ergibt jährliche Direkteinsparung abhängig vom Strompreis; amortisationszeiten variieren, oft 7–12 Jahre.

Fazit

Lastprognosen kombiniert mit smarten Speichern und geschickter Lastverschiebung bringen Haushalten messbare Einsparungen: typischer Bereich 10–30% der Stromkosten je nach Tarif und PV‑Anteil. Wichtige Schritte sind Verbrauchsanalyse, Wahl eines passenden Speichers (5–15 kWh), Nutzung zeitvariabler Tarife und das Verschieben großer Verbraucher in günstige Zeitfenster. Mit realistischen Zahlen (z. B. 0,15–0,25 €/kWh Tarifdifferenz oder 1 kWh/Tag Verschiebung) lassen sich einfache Rechenbeispiele durchführen, um individuelle Einsparpotenziale zu ermitteln.