Solardach 2026 prüfen: Optionen, Förderung, Installation
Das Wichtigste in Kürze
- Das Umweltbundesamt (UBA) empfiehlt für umweltschonenden Solarausbau vorrangig Dachflächen und eine naturverträgliche Planung (Stand 2026).
- Flächenbedarf: je nach Modulwirkungsgrad ca. 4,5–6 m²/kWp. 10 kWp passen meist auf 45–60 m² und liefern in Deutschland grob 8.000–10.500 kWh/Jahr – stark abhängig von Region, Ausrichtung, Neigung und Verschattung (Orientierungswerte).
- Förder-Framework: 0% Umsatzsteuer seit 2023 – Rechtsgrundlage §12 Abs. 3 UStG i. V. m. BMF-Schreiben vom 27.02.2023 (aktualisiert 30.01.2024). Gilt i. d. R. für Lieferung/Montage geeigneter PV-Anlagen und Speicher auf/nahe Wohngebäuden (typisch bis 30 kW); Details beim BMF prüfen. EEG-Vergütung je nach Inbetriebnahmedatum, Größe und Einspeisemodell; aktuelle Sätze bei der Bundesnetzagentur (2025/2026 oft rund 6–12 ct/kWh). KfW bietet zinsgünstige Kredite (z. B. Programm 270).
- Preise (Deutschland, Anfang 2026): schlüsselfertige Dach-PV häufig 1.200–1.700 €/kWp; Batteriespeicher etwa 500–900 €/kWh. Region, Dachaufbau und Lieferlage können die Spannen deutlich verschieben.
- Installation dauert oft 1–3 Tage; Netzanschluss/Zählertausch benötigen je nach Netzbetreiber etwa 2–8 Wochen.
- Wärmepumpe geplant? Mit dem UBA-Gebäudecheck die Eignung (u. a. niedrige Vorlauftemperaturen) prüfen und den zusätzlichen PV-Strombedarf berücksichtigen.
Was Sie wissen sollten
Das UBA rät, zuerst bebaute/versiegelte Flächen wie Dächer zu nutzen. So lassen sich Flächenkonflikte vermeiden, Biodiversität schützen und Netze effizienter nutzen. Prüfen Sie Statik, Verschattung, Brandschutz und sichere Wartungswege. Typische Zusatzlasten von Modulen/Unterkonstruktion liegen bei etwa 12–20 kg/m²; eine Statikprüfung durch Fachbetriebe ist Pflicht.
Photovoltaik ist langlebig: Übliche Produktgarantien 10–15 Jahre, Leistungsgarantien häufig 80–85% nach 25–30 Jahren. Wechselrichter gelten als Verschleißteile (oft nach 10–15 Jahren zu ersetzen; grob 1.000–2.500 € je nach Leistung). Laufende Kosten für Versicherung/Inspektion liegen oft im niedrigen dreistelligen Bereich pro Jahr. PV der Gebäudeversicherung melden; Deckung für Sturm, Hagel, Überspannung und Dachdurchdringungen vertraglich klären.
Technik/Normen: Für den Netzanschluss im Niederspannungsnetz gilt VDE-AR-N 4105; ab 4,6 kVA ist eine dreiphasige, symmetrische Einspeisung üblich. Planung und Errichtung nach VDE 0100-712; Brandschutz, Trenn- und Randabstände, Blitz- und Überspannungsschutz sowie Feuerwehr-Laufwege beachten. Örtliche Bauordnung, ggf. Denkmalschutzauflagen einhalten – Genehmigungen rechtzeitig klären.
Rechtlich/organisatorisch: Anlage beim Netzbetreiber anmelden; Inbetriebnahme und Registrierung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur fristgerecht (in der Regel binnen eines Monats) vornehmen. Die EEG-Vergütung richtet sich nach Inbetriebnahmedatum, Anlagengröße und Einspeisemodell (Volleinspeisung/Überschuss) mit monatlicher Degression – aktuelle Werte vor Vertragsabschluss prüfen.
Planen Sie eine Wärmepumpe, hilft der UBA-Gebäudecheck: Entscheidend sind Gebäudehülle, Heizflächen und Vorlauftemperaturen (ideal ≤55 °C an kalten Tagen). Beispiel: Bei 9.000 kWh Wärmebedarf und Jahresarbeitszahl 3 fallen rund 3.000 kWh Strom/Jahr an – relevant für die PV-Auslegung.
So sparen Sie konkret
- Dachpotenzial prüfen: Fläche, Ausrichtung und Neigung erfassen (10–40° ist oft gut). Süd maximiert den Jahresertrag, Ost/West glättet das Tagesprofil. Orientierungswert für gut ausgerichtete Dächer: 800–1.050 kWh pro kWp und Jahr; Verschattung kann deutlich mindern.
- Anlagengröße festlegen: Haushaltsstrom (z. B. 3.500 kWh/Jahr) plus künftige Verbraucher (Wärmepumpe, E-Auto) addieren. Bei rund 3.000 kWh/Jahr WP-Strombedarf kann eine Erweiterung um 3–4 kWp sinnvoll sein.
- Förderungen nutzen: 0% Umsatzsteuer nach §12 Abs. 3 UStG; Anwendungsumfang laut BMF-Schreiben vom 27.02.2023 (aktualisiert 30.01.2024) – Speicher eingeschlossen. EEG-Sätze monatlich wechselnd; aktuelle Vergütungen bei der Bundesnetzagentur. KfW-Programm 270 (Stand 2026) sowie mögliche kommunale Zuschüsse prüfen.
- Angebote vergleichen: Verlangen Sie Ertragsprognose (kWh/kWp·a), Verschattungsanalyse, Angaben zu Unterkonstruktion, Garantien und Normkonformität (z. B. VDE-AR-N 4105). DC/AC-Auslegung transparent machen: typische DC/AC-Verhältnisse 1,0–1,25; dazu passende Wechselrichterleistung ca. 80–100% der DC-kWp. Geringes Clipping kann wirtschaftlich sinnvoll sein. Batteriespeicher erhöhen den Eigenverbrauch oft von ca. 25–35% auf 50–70% (abhängig von Lastprofil und Speicherkapazität).
- Wirtschaftlichkeit berechnen: Beispiel 10 kWp für 14.000 €; Ertrag 9.000 kWh/Jahr; Strompreis 0,35 €/kWh; EEG 0,09 €/kWh. Ohne Speicher (30% Eigenverbrauch): 2.700 kWh × 0,35 € = 945 €/Jahr; Einspeisung 6.300 kWh × 0,09 € = 567 € → Summe 1.512 €/Jahr; Amortisation ca. 9 Jahre. Mit 8 kWh Speicher (+5.000 €) und 60% Eigenverbrauch: 5.400 kWh × 0,35 € = 1.890 € plus 3.600 kWh × 0,09 € = 324 € → 2.214 €/Jahr; Amortisation ca. 8,6 Jahre. Sensitivität: Pro 1 ct/kWh Veränderung beim Haushaltsstrom verschiebt sich der Jahresvorteil um etwa 27 € (bei 2.700 kWh Eigenverbrauch); pro 2 ct/kWh EEG-Änderung um rund 126 € (bei 6.300 kWh Einspeisung). Tarife liegen 2025/2026 häufig bei 30–40 ct/kWh; Vergütungen variieren. Instandhaltung und möglichen Wechselrichtertausch einpreisen.
Praxis-Tipp: Planen Sie Kabelwege, Zählerschrank und Blitz-/Überspannungsschutz frühzeitig; für Montage 1–3 Tage kalkulieren. Für Netzfreigabe und Zählertausch sind 2–8 Wochen realistisch – Termine mit Elektriker und Netzbetreiber abstimmen.
Fazit
Ein Solardach lohnt sich ökologisch und finanziell, wenn Dachfläche, Statik und Verschattung passen. Das UBA empfiehlt, Dächer vorrangig und naturverträglich zu nutzen; wer eine Wärmepumpe plant, sollte mit dem UBA-Gebäudecheck die Effizienzvoraussetzungen prüfen und den zusätzlichen Strombedarf berücksichtigen. Mit Nullsteuersatz, EEG-Vergütung und KfW-Krediten sinken Investitionshürden. Eine sorgfältige Planung mit realistischen Ertrags-/Kostenannahmen, klarer DC/AC-Auslegung sowie Beachtung von VDE- und Bauvorgaben zeigt, ob Speicher, größere Modulflächen oder Ost/West-Ausrichtung für Ihren Haushalt am meisten bringen. Stand: 02/2026; aktuelle Sätze/Programme stets bei Bundesnetzagentur, BMF und KfW prüfen.