Notstromlösung für Haushalt wählen und dimensionieren
Das Wichtigste in Kürze
- Notstrom bedeutet Leistung (kW) für kurzzeitige Spitzen und Energie (kWh) für Dauerbetrieb. Beide Werte müssen passend zur Nutzung dimensioniert werden.
- Für Basisversorgung (Kühlschrank, Router, Beleuchtung) reichen meist 1–3 kW Leistung und 3–6 kWh nutzbarer Speicher für ~24 Stunden.
- Für längere Autonomie (48–72 Stunden) sollten Sie 10–30 kWh Speicher einplanen oder ein Generator-Konzept kombinieren.
- Kosten: nach aktuellen Marktzahlen 2025 liegen Batteriesysteme bei etwa 600–900 €/kWh installiert; Portable Generatoren kosten 300–1.200 €, fest installierte Diesel-/Gas‑Aggregaten 4.000–12.000 € inkl. Installation.
Was Sie wissen sollten
- Verbrauchsarten: Geräte haben unterschiedliche Leistungsaufnahme. Beispielwerte: Kühlschrank im Schnitt 100–200 W dauerhaft (≈2,4–4,8 kWh/Tag), Router 5–15 W (≈0,12–0,36 kWh/Tag), LED‑Beleuchtung pro Lampe 5–15 W. Großer Verbraucher wie Herd oder Wasserkocher zieht 2–3 kW und sollte bei Notstrom vermieden werden.
- Zwei Dimensionen: Spitzenleistung (kW) bestimmt, welche Geräte gleichzeitig laufen dürfen. Energiespeicher (kWh) bestimmt, wie lange. Inverter muss Dauerleistung und Spitze (Anlaufströme) abdecken.
- Batterietypen: Lithium‑Ion hat nutzbare Tiefentladung von 80–90 %; Blei‑Gel deutlich weniger. Rechnen Sie mit der nutzbaren Kapazität: benötigte Batteriegröße = gewünschte nutzbare kWh / DoD (Depth of Discharge, Entladetiefe).
- Sicherheit & Anschluss: Notstrombetrieb erfordert fachgerechte Umschaltung (manuell oder automatisches Umschaltrelais) und ggf. Elektriker‑Installation. Direkter Anschluss an Hausnetz ohne Trennung vom öffentlichen Netz ist gefährlich und verboten.
So sparen Sie konkret
- Ziel definieren: Entscheiden Sie, ob Sie Kurzzeitnotstrom (einige Stunden) oder Langzeitautonomie (Tage) wollen. Für Kurzzeit reicht oft ein kleiner Generator oder eine USV für Router/PC; für Tage ist ein Batteriespeicher oder Generator nötig.
- Lastliste erstellen: Notieren Sie alle kritischen Geräte mit Leistungsaufnahme (W). Beispiel: Kühlschrank 150 W, Router 10 W, 6 LED Lampen à 10 W = 60 W, Summe laufend ≈220 W. Addieren Sie Spitzen (z. B. Kompressorstart) mit Faktor 2–3.
- Leistung dimensionieren (kW): Addieren Sie gleichzeitig laufende Geräte. Für obiges Beispiel reicht ein Inverter mit 1 kW Dauerleistung; für mehrere Verbraucher 2–3 kW.
- Speichergröße berechnen (kWh): Wünschen Sie 24 Stunden Autonomie, multiplizieren Sie die Gesamtleistung (kW) mit 24. Beispiel: 0,22 kW × 24 h ≈ 5,3 kWh. Bei Lithium‑Ion mit 80 % DoD: 5,3 / 0,8 ≈ 6,6 kWh nominal.
- Kosten abschätzen: Nach aktuellen Marktzahlen 2025: Batteriespeicher inkl. Wechselrichter 600–900 €/kWh. Ein 6,6 kWh System kostet demnach ca. 4.000–6.000 €. Ein 2 kW portables Inverter‑Aggregat kostet 300–1.200 €; ein standfester Dieselaggregat 4.000–12.000 € inkl. Montage.
- Kombinationen nutzen: Kleine Batterie + PV‑Anlage kann tagsüber länger versorgen; Generator als Reserve verlängert Autonomie wirtschaftlich, da Generator niedrigerer €/kWh bei langer Laufzeit erzielt.
- Energie sparen im Notfall: LED‑Beleuchtung, Kühlschrank richtig einstellen, Standby‑Verbrauch minimieren. Vermeiden Sie Wasserkocher, Herd oder Waschmaschine während eines Ausfalls.
Fazit
Notstromplanung für den Haushalt braucht zwei Werte: kW für die gleichzeitige Leistung und kWh für die gewünschte Laufzeit. Kleine Basisversorgung gelingt oft mit 1–3 kW und 3–6 kWh nutzbarem Speicher; für mehrere Tage Autonomie sind 10–30 kWh oder ein Generator sinnvoll. Rechnen Sie mit Installationskosten für Batteriespeicher von etwa 600–900 €/kWh (2025) und vergleichen Sie Kombinationen aus Batterie, PV und Generator. Eine einfache Lastliste und die Grundlageformel (benötigte kWh = Summe Leistung × Stunden; Batteriegröße = benötigte kWh / DoD) helfen Ihnen, die passende Lösung praxisnah zu dimensionieren.