Heimspeicher oder Netzdienstleistung prüfen
Das Wichtigste in Kürze
- Entscheiden Sie zuerst: Geht es Ihnen primär um Einnahmen/Netzdienstleistungen oder um Notstrom und Eigenverbrauch? Diese Ziele beeinflussen Technik und Wirtschaftlichkeit stark.
- Nach aktuellen Marktzahlen (2025) liegen die Investitionskosten für Heimspeicher typischerweise bei etwa 700–1.200 € pro kWh Kapazität, das heißt ein 5–10 kWh-System kostet grob 4.000–12.000 € inklusive Installation.
- Förderprogramme (KfW, Landes- und kommunale Zuschüsse) sowie steuerliche Regelungen können die Amortisationszeit von typischerweise 8–15 Jahren deutlich verkürzen; prüfen Sie lokale Angebote.
Was Sie wissen sollten
- Kapazität und Notstrom: Ein gängiger Heimspeicher hat 5–15 kWh nutzbare Kapazität. Beispiel: Ein 10 kWh-Speicher kann bei einer Verbrauchsleistung von 2 kW theoretisch etwa 5 Stunden Notstrom liefern (10 kWh / 2 kW = 5 h), praktikabel hängt das von Lastmanagement und Inverter-Typ ab.
- Wirtschaftlichkeit: Die Rentabilität hängt von Strompreis, Eigenverbrauchsanteil, Förderungen und Lebensdauer ab. Ohne Förderung sind Payback-Zeiten oft 8–15 Jahre; mit Zuschüssen kann sich das deutlich verringern.
- Einnahmen durch Netzdienstleistungen: Haushalte können über Aggregatoren an Regel- oder Flexibilitätsmärkten teilnehmen. Nach aktuellen Marktzahlen sind zusätzliche Erträge sehr variabel: meist zwischen 50 € und 500 € pro Jahr, abhängig von Vertragsform, Verfügbarkeit und technischen Voraussetzungen.
- Lebensdauer und Garantie: Achten Sie auf Zyklen und Garantieangaben. Typische Lithium-Ionen-Heimspeicher sind auf 10 Jahre oder 5.000–10.000 Zyklen ausgelegt; Reichweitenerhalt (DoD) und Degradation sind wichtig für die Wirtschaftlichkeitsrechnung.
So sparen Sie konkret
- Ziel definieren: Möchten Sie maximale Einnahmen, maximale Notstromdauer oder vor allem Stromkosten sparen? Je klarer das Ziel, desto gezielter die Investition.
- Größenwahl: Wählen Sie die Batteriegröße passend zur PV-Anlage und Ihrem Verbrauch. Beispielrechnung: Bei 4.000 kWh Jahresertrag einer PV-Anlage kann ein 5 kWh-Speicher den Eigenverbrauch um etwa 20–40 Prozentpunkte erhöhen, das sind ca. 800–1.600 kWh mehr selbstgenutzter Strom pro Jahr (nach aktuellen Marktzahlen).
- Förderung prüfen: Untersuchen Sie KfW-Programme, Landes- und kommunale Zuschüsse sowie mögliche Steuervergünstigungen. Förderungen reduzieren Investkosten von mehreren Hundert bis mehreren Tausend Euro.
- Ausschreibung und Angebote: Holen Sie 3 Angebote ein, vergleichen Sie nicht nur Preis pro kWh, sondern auch Systemeffizienz, Garantie (Jahre/kWh-Zyklen) und Service.
- Netzdienstleistung kalkulieren: Fragen Sie bei lokalen Aggregatoren nach Vertragsbedingungen. Rechnen Sie konservativ mit 50–200 € jährlichen Zusatzerlösen, sofern Sie nicht spezifisch in große Regelenergiemärkte einspeisen.
- Notstromfunktion prüfen: Wenn Notstrom wichtig ist, verlangen Sie konkrete Angaben zur Inselbetrieb-Fähigkeit und zur Dauer bei typischer Haushaltslast.
Fazit
Ob Heimspeicher oder Teilnahme an Netzdienstleistungen sinnvoll ist, hängt von Ihren Zielen, der vorhandenen PV-Anlage, Fördermöglichkeiten und dem geplanten Einsatz ab. Kosten liegen nach aktuellen Marktzahlen (2025) typischerweise bei 700–1.200 € pro kWh; typische Amortisationszeiten betragen 8–15 Jahre ohne Förderung. Prüfen Sie regionale Förderprogramme, vergleichen Sie Angebote und kalkulieren Sie sowohl Einsparungen durch erhöhten Eigenverbrauch als auch mögliche Einnahmen durch Netzdienstleistungen realistisch und konservativ.